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COACH IN FOCUS - Pascal Reinhardt (English version below)

Writer: COACHINSIDE
COACHINSIDE
7 days ago
8 min read

Pascal Reinhardt begann seinen Trainerweg 2020 im Amateurbereich als Co-Trainer beim VfL Nagold. Zur Saison 2021/22 übernahm er seinen ersten Cheftrainerposten beim Verbandsligisten FC Holzhausen, mit dem er umgehend in die Oberliga aufstieg. Im Sommer 2023 folgte der Wechsel zur SG Sonnenhof Großaspach, damals ebenfalls Oberligist. Im zweiten Jahr gewann Reinhardt mit dem Klub den Landespokal und stieg in die Regionalliga Südwest auf. Ein Jahr später gelang als Meister der Regionalliga Südwest der Durchmarsch in die 3. Liga – verbunden mit dem zweiten Landespokalsieg in Folge.


Im Interview spricht Reinhardt darüber, wie sich seine Arbeit über die drei Ligen hinweg verändert hat und was bewusst gleichgeblieben ist – von der Struktur im Trainerteam bis zur Rolle als Trainer in einem Verein, der sich selbst als Dorfklub versteht. Darüber hinaus geht es um die Entscheidung, auch als Aufsteiger an der eigenen Ballbesitzausrichtung festzuhalten, um den Umgang mit der Diskrepanz zwischen erarbeiteten Chancen und erzielten Toren sowie um die Prinzipien, die für ihn unabhängig vom Gegner nicht verhandelbar sind.


Mit Großaspach bist du innerhalb von zwei Jahren von der Oberliga über die Regionalliga Südwest in die 3. Liga durchmarschiert. Wie unterschiedlich ist die Arbeit als Trainer in diesen drei Ligen tatsächlich – im Training, in der Spielvorbereitung und im Umgang mit der Mannschaft? Was musste sich von Stufe zu Stufe verändern, und was ist bewusst gleichgeblieben?


Pascal Reinhardt: Wir haben unseren Staff vergrößert und uns fachlich breiter aufgestellt, ohne die Strukturen unnötig aufzublähen. Im Training und in der Spielvorbereitung können wir die Aufgaben dadurch gezielter verteilen und die Spieler individueller begleiten. Eine zusätzliche Festanstellung im Trainerteam ist damit allerdings nicht verbunden. Die tägliche Arbeit ist im Kern gleichgeblieben. Wir legen großen Wert auf Kontinuität auf allen Positionen und haben gezielt Spieler dazu geholt, die zu unserer Philosophie und zur Identität des Vereins passen. Wir wollten uns weiterentwickeln, dabei aber stets unsere Dorfklub-DNA bewahren. Noch immer haben wir viele Spieler im Kader, die vor zwei oder drei Jahren in der Oberliga gespielt haben und diesen Weg gemeinsam mit uns gegangen sind. Die Aufmerksamkeit von außen ist größer geworden, ebenso die Tragweite unserer Entscheidungen. Deshalb ist es umso wichtiger, intern klar und verlässlich zu arbeiten. Beim Dorfklub ist man zudem mehr als nur Trainer. Die Wege sind kurz, man übernimmt Verantwortung über den Platz hinaus und ist nah an den Menschen. Vor der Mannschaft braucht es klare Führung und gleichzeitig eine gute Bindung zu den Spielern. Beides entsteht für mich durch Klarheit, Verlässlichkeit und einen authentischen Umgang. Ich bin auch nach den Aufstiegen derselbe geblieben und möchte mir diese Nähe bewahren.


Euer Ballbesitzwert liegt in der 3. Liga bei 51,7 Prozent und damit auf Rang 6 – also fast unverändert gegenüber eurer Regionalliga-Saison (52,8%). Viele Aufsteiger passen genau das zuerst an und ziehen sich zurück. Warum habt ihr daran festgehalten? Und was musstet ihr im Ballbesitzspiel trotzdem nachschärfen, um auf diesem Niveau zu bestehen?


Pascal Reinhardt: Wir haben daran festgehalten, weil wir von unserer Spielidee überzeugt sind und auf dem aufbauen wollten, was uns stark gemacht hat. Der Glaube an unsere eigenen Stärke ist groß. Der Aufstieg war für uns kein Anlass, unsere gesamte Ausrichtung zu verändern. Wir wollen auch in der 3. Liga aktiv sein, selbst Einfluss auf das Spiel nehmen und mutig mit dem Ball umgehen. Auf diesem Niveau müssen die Abläufe noch präziser ineinandergreifen. Jeder Spieler muss seine Aufgabe kennen und auf dem Feld zuverlässig erfüllen – auch dann, wenn er gerade nicht am Ball ist. Meine Aufgabe ist es, die Spieler in Positionen und Situationen zu bringen, in denen sie sich wohlfühlen und ihre Stärken einbringen können. Dafür brauchen sie klare Orientierung und passende Verbindungen untereinander. Diese Klarheit gibt ihnen Sicherheit, um auch unter höherem Druck gute Entscheidungen zu treffen.


In den Offensivdaten stehst du mit deiner Mannschaft sehr weit vorne: Beim Expected-Goals-Wert (1,94) liegt ihr in der aktuellen Saison unter den besten drei Teams der Liga, beim Packing offensiv sogar an der Spitze. Bei den tatsächlich erzielten Toren steht ihr aktuell mit 6 Toren auf Platz 18 der Tabelle. Wie gehst du mit so einer Diskrepanz um – vertraust du darauf, dass sich das über die Saison angleicht, oder arbeitest du gezielt an der Chancenverwertung? Und wie kommunizierst du das einer Mannschaft, die viel investiert und wenig belohnt wird?


Pascal Reinhardt: Die Zahlen und Daten bestätigen uns darin, dass wir uns gute Möglichkeiten erarbeiten und auf einem guten Weg sind. Das gibt uns Vertrauen in unsere Spielweise und unsere Stärken. Wir arbeiten gezielt an den Abläufen, den Entscheidungen und der Qualität im Abschluss. Gleichzeitig müssen wir im gegnerischen Strafraum konsequenter werden. Dort entscheiden oft kleine Details: das richtige Timing, die Entschlossenheit und Ruhe im Abschluss sowie die letzte Konsequenz, ein Tor erzielen zu wollen. Wir haben großes Vertrauen in jeden einzelnen Spieler. Entscheidend ist, dass wir den eingeschlagenen Weg fortführen, uns mit derselben Überzeugung Chancen erarbeiten und diese mit noch größerer Konsequenz verwerten. Ich bin überzeugt, dass wir uns so das Spielglück auf unsere Seite holen und wieder effizienter werden. Im Training darf dabei nie die Lockerheit verloren gehen und es darf nach einer vergebenen Chance auch mal ein Spaß gemacht werden und jemand auf den Arm genommen werden.


Zum Abschluss ein Blick auf deine Spielidee: Woran erkennt man eine Mannschaft von dir, wenn man sie zum ersten Mal spielen sieht – und welche Prinzipien sind für dich dabei nicht verhandelbar, unabhängig vom Gegner? 


Pascal Reinhardt: Nicht verhandelbar sind für mich die Intensität, mit der jeder seine Aufgaben erfüllt, die Bereitschaft, füreinander zu arbeiten, und der Mut, auch unter Druck Verantwortung zu übernehmen. Diese Haltung muss immer sichtbar sein. Im Ballbesitz wollen wir durch passende Abstände und eine klare Raumbesetzung diagonale Verbindungen zwischen Spielern und Mannschaftsteilen schaffen, um direktes Weiterspielen zu ermöglichen. Jeder muss sich aktiv anbieten, anspielbar sein und den Ball haben wollen. Grundsätzlich gilt immer: Umschalten statt abschalten. Unabhängig davon, ob etwas gelingt oder misslingt – die nächste Aktion ist immer die wichtigste.


Vielen Dank, Pascal, für deine Zeit!


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Pascal Reinhardt began his coaching career in 2020 in the amateur game as assistant coach at VfL Nagold. For the 2021/22 season he took on his first head coach position at Verbandsliga side FC Holzhausen, with whom he was promoted to the Oberliga straight away. In the summer of 2023 he moved to SG Sonnenhof Großaspach, at that time also playing in the Oberliga. In his second year, Reinhardt won the state cup with the club and was promoted to the Regionalliga Südwest. A year later came the next step up: as champions of the Regionalliga Südwest, Großaspach completed the climb into the 3. Liga – along with a second consecutive state cup title.


In this interview, Reinhardt talks about how his work has changed across the three divisions and what he has deliberately kept the same – from the structure of his coaching staff to what it means to be a coach at a club that sees itself as a village club. He also explains the decision to stick to his possession-based approach as a newly promoted side, how he deals with the gap between the chances his team creates and the goals it actually scores, and which principles are non-negotiable for him, regardless of the opponent.


With Großaspach, you climbed from the Oberliga through the Regionalliga Südwest and into the 3. Liga within two years. How different is the work of a coach across those three divisions – in training, in match preparation and in how you deal with the squad? What had to change from one level to the next, and what did you deliberately keep the same?


Pascal Reinhardt: We have grown our staff and broadened our expertise without inflating the structures unnecessarily. In training and match preparation, that allows us to distribute tasks more precisely and to support the players more individually. That said, it hasn't come with an additional full-time position in the coaching team. At its core, the daily work has stayed the same. We place great value on continuity in every position and have deliberately brought in players who fit our philosophy and the identity of the club. We wanted to develop further while always preserving our village-club DNA. We still have a lot of players in the squad who were playing in the Oberliga two or three years ago and who have gone down this road with us. The attention from outside has grown, and so has the significance of our decisions. That makes it all the more important to work clearly and reliably within the club. At a village club, you are also more than just a coach. The lines are short, you take on responsibility beyond the pitch and you are close to the people. In front of the squad you need clear leadership and, at the same time, a good connection to the players. For me, both come from clarity, reliability and an authentic way of dealing with people. I have remained the same person after the promotions, and I want to hold on to that closeness.


Your possession figure in the 3. Liga stands at 51.7%, which puts you sixth in the division – almost unchanged from your Regionalliga season (52.8%). Many newly promoted teams adjust exactly this first and drop deeper. Why did you stick with it? And what did you nevertheless have to sharpen up in your possession game to hold your own at this level?


Pascal Reinhardt: We stuck with it because we are convinced by our playing idea and wanted to build on what made us strong. Our belief in our own strengths is considerable. Promotion was no reason for us to change our entire approach. In the 3. Liga as well, we want to be proactive, to influence the game ourselves and to be brave in possession. At this level, the patterns have to interlock even more precisely. Every player has to know his job and carry it out reliably on the pitch – including in the moments when he isn't on the ball. My job is to put players in positions and situations where they feel comfortable and can bring their strengths to bear. For that, they need clear orientation and the right connections to each other. That clarity gives them the confidence to make good decisions even under greater pressure.


Your attacking data puts you right at the top: in expected goals (1.94), your team is among the three best sides in the division this season, and in offensive packing you lead the league outright. In goals actually scored, however, you currently sit 18th with six. How do you handle a discrepancy like that – do you trust that it will even out over the course of the season, or do you work specifically on finishing? And how do you communicate that to a team that invests a lot and gets little reward?


Pascal Reinhardt: The numbers and the data confirm that we are creating good opportunities and that we are on the right track. That gives us confidence in our style of play and in our strengths. We work specifically on the patterns, the decisions and the quality of our finishing. At the same time, we have to be more ruthless inside the opposition box. That is often where small details decide things: the right timing, the determination and composure in front of goal, and that final bit of conviction to score. We have great trust in every single player. What matters is that we continue on the path we have taken, create chances with the same conviction and convert them with even greater ruthlessness. I'm convinced that this is how we will get luck back on our side and become more efficient again. Throughout all of that, training must never lose its lightness – after a missed chance there should still be room for a joke and for someone to get a bit of teasing.


Finally, a look at your playing idea: how do you recognise one of your teams when you see them play for the first time – and which principles are non-negotiable for you, regardless of the opponent?


Pascal Reinhardt: What is non-negotiable for me is the intensity with which everyone carries out his tasks, the willingness to work for one another, and the courage to take responsibility even under pressure. That attitude has to be visible at all times. In possession, we want to create diagonal connections between players and between units through the right distances and clear occupation of space, so that we can play forward directly. Everyone has to actively make himself available, be an option for a pass and want the ball. And one principle always applies: switch into the next action, never switch off. Whether something comes off or not – the next action is always the most important one.


Thank you, Pascal, for your time!

 
 
 

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